Portrait von Subway To Sally
Neben den skandinavischen Ländern ist vor allem Deutschland eine Hochburg des Mittelalterrocks. Sowohl textlich als auch durch ein ungewöhnlich gewähltes Instrumentarium schaffen es Metalbands immer wieder, den freien und rauen Geist der früheren Zeiten mit moderner Metalmusik zu verbinden. Die wohl seit Jahren angesagteste Band Deutschlands, die dieses Genre in Deutschland zum Erblühen bringt, ist Subway to Sally.
Unmittelbar nach der deutschen Wiedervereinigung gründeten sich Subway to Sally, deren Heimat das brandenburgische Potsdam ist, um vor allem textlich einige Jahre noch nach ihrem Stil zu suchen. Ihr Frontmann und Gründungsmitglied Brodenski war ebenso wie einige seiner Mitstreiter in der Folkszene beheimatet, so dass Subway to Sally sich zunächst im Folkrock versuchten, der auch größtenteils in englischer Sprache vorgetragen wurde. Mit den Jahren wurde der Stil der Gruppe dann nicht nur immer härter, auch Experimente mit Text und Instrumenten wurden immer häufiger.
Bereits Mitte der neunziger Jahre hatten Subway to Sally dann aber ihre entgültige musikalische Bestimmung entdeckt. Nach Texten in Latein oder Gälisch einigten sie sich auf Deutsch als durchgängige Singsprache, während Instrumente wie Drehleiher, Sackpfeife oder Schalmei neben den üblichen Instrumenten einer Rockband immer weiter in den Vordergrund der Klangstruktur von Subway to Sally rückte. Gemeinsam mit Bands wie Schandmaul oder In Extremo sind sie so vor allem im deutschsprachigen Bereich mittlerweile eines der Aushängeschilder des eher ungewöhnlichen Genres geworden, dass sich aber sowohl in der Metalszene als auch in der Gothic- oder Rollenspielerszene einer großen Fangemeinde erfreut. Vor allem auf Festivals und in szenegetreuen Clubs lassen sich Subway to Sally deshalb häufig erblicken, da sie - ebenso wie ihre Kollegen des Genres - vor allem von ihrer häufigen und bombastischen Live-Präsenz leben.
