



» Napalm Death
- Time Waits for No Slave-Std.

Filigran, präzise, atmosphärisch dicht und abwechslungsreich
Selbst nach den vielen Jahren, die die Birminghamer Grindcore-Institution nun schon am Start ist, verblüfft die extreme Dichte ihrer Scheiben nach wie vor. So auch auf dem 2009er Output "Time Waits For No Slave". Derartig abwechslungsreich und fast schon eingängig klangen die Briten noch nie, was aber nicht heißen soll, dass Napalm Death irgendwelche Zugeständnisse an den Massenmarkt gemacht
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Stefan T.
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hätten. Diese Scheibe scheint mir eher ein noch deutlicherer Hinweis auf die -schon immer vorhandenen - ausgezeichneten technischen Fähigkeiten der Truppe zu sein. Auch das Songwriting, das sich von Platte zu Platte weiterentwickelt, war in meinen Ohren nie besser als im neuen Millenium, was wohl daran liegen dürfte, dass die Briten niemandem mehr beweisen müssen/wollen, dass sie eine der schnellsten und derbsten Bands überhaupt sind.
Folgerichtig gibt es nach den ersten 4 typischen Grind-Brechern, die präzise und wuchtig aus den Boxen kommen, aber nichts Unerwartetes bieten, einen extrem starken und abwechslungsreichen Mittelteil. Beginnend mit dem Titeltrack geht es über "Life And Limb" und "Downbeat Clique" hin zum Höhepunkt der Platte: "Fallacy Dominion", ein durch eine Art "Chor" sehr düster wirkender, fieser Groover. Bezeichnend, dass ausgerechnet diese 4 hochklassigen Songs eine "Überlänge" von jeweils über 4 Minuten aufweisen und trotzdem zu keiner Sekunde langweilig werden. Neben der herausragenden Produktion und der guten Instrumentalarbeit liegt das vor allem am Gesang von "Barney" Greenway, der eine unglaubliche Leistung abliefert. Hier werden die verschiedensten Facetten seiner aggressiven Stimme mit aller Macht deutlich gemacht. Ebenfalls überzeugend sind "Passive Tense" und das mit grandiosen Gitarren begeisternde "Procrastination On The Empty Vessel" (was für ein Titel...). Ein knallhartes und gelungenes Statement ist der Rausschmeißer "De-evolution Ad Nauseum", der mit seinem höllischen Groove keine Gefangenen macht und eine sehr gute, verhältnismäßig punkige Platte perfekt abschließt. Übrigens gibt es auch an den restlichen Tracks nicht viel auszusetzen, aber das Niveau des Mittelparts kann nicht ganz gehalten werden. Wirklicher Ausfall ist keiner zu vermelden, lediglich "On The Brink Of Extinction", "Larceny Of The Heart", "Feeling Redundant" und "A No-Sided Arguement" kommen mir auf dieser LP eher wie belangloses Standardgebolze vor, das man so oder so ähnlich schon öfter gehört hat.
Als Fazit kann stehenbleiben, dass Napalm Death auf "Time Waits For No Slave" eine unglaublich dichte und abwechslungsreiche Soundwand produzieren, die aber - und das ist ein Unterschied zu ihren älteren Alben - den Hörer nicht beim ersten Kontakt völlig erschlägt (was auch nichts Schlechtes sein muss...). Den Stücken wird durch Variationen in Tempo und Gesang genug Möglichkeit gegeben, sich im Gehörgang festzukrallen; soviel Abwechslung auf einer Platte gab es von der Truppe selten zu hören. 5 Sterne, da mir nichts einfällt, was man bei dieser Art von Musik besser machen könnte.
Stefan T.
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