



» Mobb Deep
- The Infamous

Welcome 2 Queensbridge
Nach ihrem Debüt "Juvenile Hell" aus dem Jahr 1993, legten Mobb Deep zwei Jahre später mit ihrer ersten Platte für BMG/Loud nach. Nachdem ihr Homie Nas ja mit "Illmatic" das Viertel Queensbridge groß rausbrachte, war es nun an Havoc und Prodigy QB mit ihrem Meisterwerk "The Infamous" weiter zu etablieren. Ein Großteil der Songs wurde von Havoc produziert, aber auch A Tribe Called
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Quest-Mitglied Q-Tip steuerte ein paar Beats hinzu. Im Großen und Ganzen pflegt das Album einen düsteren und harten Straßensound, aber auch entspannte Soul-Elemente kommen vor, was "The Infamous" sehr abwechslungsreich gestaltet.
Nach dem eher ruhigen Introsong "The Start Of Your Ending (41st Side)" bekommt man mit "Survival Of The Fittest" den ersten richtigen Geniestreich von Mobb Deep geboten. Über einen genial bedrückenden, man könnte fast sagen "dreckigen" Beat rappen die beiden über das Leben im Ghetto. Ein sehr atmosphärischer Track, bei dem einfach alles passt. Ebenfalls düster, hart und penetrant wäre "Eye For A Eye (Your Beef Is Mine)". Hier rappen neben den Jungs von Mobb Deep auch Nas und Reakwon. Zwar gefallen mir alle vier echt gut, doch Nas sticht etwas heraus. Ganz anders wären die lockeren "Give Up The Goods (Just Step)" (feat. Big Noyd) und "Temperature's Rising" (feat. Crystal Johnson). Vor Allem zweitgenanntes ist ein echter Ohrwurm. Das Instrumental besteht aus einem schlichten, dennoch rhythmischen Beat, gepaart mit einer tollen Jazzmelodie. Obwohl Havoc und Prodigy hier wieder alles richtig machen, steht eindeutig Sängerin Crystal Johnson mit ihrem Refrain im Vordergrund und macht den Song zu dem Hit, der er ist. Ebenfalls von der seichteren und souligen Sorte ist das emotionale, leicht traurig wirkende "Up North Trip", das wie die Vorgänger zu gefallen weiß. Obwohl "Right Back At You" von Mobb Deep selbst produziert wurde, erinnert es von Sound her stark an den älteren Wu-Tang Stuff, was durch die Gäste Ghostface Killah und Raekwon noch einmal bekräftigt wird. Hier gibt es einen drückenden und kraftvollen Beat, der durch eine dramatisch wirkende Hintergrundmelodie perfekt unterstützt wird, sodass es für Mobb Deep, Big Noyd und die beiden Wu-Member ein Leichtes ist, daraus eine echte Perle zu machen. An den guten alten Jazz-Rap wird man bei dem sehr stark von Instrumenten geprägten "Drink Away The Pain (Situations)". Der Sound ist nicht verwunderlich, schließlich stammt der Track aus den Händen der Native Tounge- und Jazz-Rap-Legende Q-Tip, der auch gleich mit als Feature an Bord ist und wie die andern eine tadellose Vorstellung abliefert. Der größte Hit von Mobb Deep ist das geniale "Shook Ones Pt. II". Und das ist auch nicht verwunderlich, denn das Lied ist schlicht und einfach perfekt. Düster, kraftvoll, böse - so lässt sich der geniale Underground-Beat wohl am Besten beschreiben. Es gibt wohl kaum einen Song, der die Ghetto-Atmosphäre New Yorks so gut rüberbringt, wie dieser All Time Classic. Ein perfektes Ende für "The Infamous" stellt "Party Over" dar. Schneller, dennoch dunkler Track, der richtig abgeht und besonders Prodigy und Gast Big Noyd mit ihren starken Rhymes glänzen.
"The Infamous" wurde nicht nur Mobb Deep's bestes Album, es wurde auch ein wahrer Hip Hop Meilenstein. Der Sound, die Atmosphäre, die Lyrics - alles passt perfekt und fügt sich zu einem einzigartigen Gesamtbild zusammen. Jeder der auf echten Rap steht, kommt an dieser Platte eigentlich nicht vorbei, Mobb Deep-Fans schon gar nicht.
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