



» Indigo Girls
- Poseidon and the Bitter Bug

"Second time around"
Nach über zwanzig Jahren im Geschäft und elf Studio-Alben bringen die Indigo Girls jetzt mit "Poseidon & the Bitter Bug" erstmals wieder ein unabhängig von einem großen Label produziertes Album heraus (das erste war "Strange Fire" 1987).
Das Ergebnis ist schlicht fantastisch.
Zugegeben, man ist auf Nummer sicher gegangen. Keine Experimente wie auf "Shaming of the Sun" oder "Come
...
spiderorchid
» weiterlesen
on now social". Und mit "Driver Education" wurde ein Amy Ray Solo-Song recycled und neu interpretiert.
Aber das schadet dem Album nicht, ganz im Gegenteil. Seit Jahren war kein Album der Indigo Girls mehr so 'aus einem Guss', thematisch wie musikalisch. Und technisch sind Indigo Girls weiterhin auf der Höhe: interessante Melodien, harmonische Gitarrenbackgrounds und gute Percussion, stimmlich hervorragende Harmonien (wobei Amy Ray in letzter Zeit an ihrer Bandbreite arbeitet und mit höheren Tönen experimentiert - mit faszinierenden Ergebnissen, meiner Meinung nach) und gute Texte, die diverse aktuelle Themen problematisieren. Der Ton der Songs ist eher dunkel, es geht um gescheiterte Beziehungen, Selbstmord und die Midlife-Crisis. Aber Dank der großartigen Instrumentalisierung ist der Gesamteindruck doch positiv.
Die Doppel-CD beinhaltet die Band-Sessions sowie reine Akustik-Aufnahmen von allen Songs (plus ein Bonus-Track, "Salty South"), was besonders interessant ist, wenn man wissen möchte, wie sich das Ganze im Konzert ohne Studio-Mix anhört. Beide Versionen des Albums sind sehr gut.
Abschließend kann man sagen, dass sich die Indigo Girls nach ihrer Trennung von Hollywood Records nicht haben unterkriegen lassen. Sie haben sich eher noch weiterentwickelt und gezeigt, dass wirklich gutes Songwriting und musikalisches Können keine aufwendige 'Big-label' Produktion brauchen, um zu überzeugen.
Sehr zu empfehlen!
spiderorchid
» reinhören & kaufen