einzelnen Tracks des ersten Feeder-Albums, dass komplett ohne Jon Lee produziert wurde...(Alle Songbewertungen sind rein subjektiv)
1)Feeling a moment (10/10): Energiegeladener Song, der ein klein wenig an U2 erinnert, jedoch mit Grant Nicholas' überzeugender Stimme. Ansprechendes Schlagzeug, auch Gitarre und Bass sind feinfühlig abgestimmt und ergeben ein schwungvolles (im Refrain) und trotzdem ruhiges (während der Strophen), vorallem harmonisches Klangbild.
Der Text, ist geprägt von den Themen Einsamkeit ("How will you feel when there's no one"), Trauer ("How do you feel when there's no sun?") und Vergänglichkeit, die vermutlich durch den tragischen Selbstmord des ehemaligen Feeder-Dummers Jon Lee begründet ist ("Buried the ashes of someone"), aber auch in allgemeiner Form besungen wird ("Feeling the moment slip away").
Alles in allem ein Stück, dass einen mit offenem Mund zurücklässt. Grandios!
2)Bitter Glass (9/10): Energiegeladen und etwas aggresiver als "Feeling a moment", bietet der Song einen sehr interessanten Refrain ("What are you saying/You've got nothing to live for/You're tired and broken/You just can't free yourself).
Der restliche Text passt gut dazu, kann mich allerdings nur zu 99% überzeugen, daher einen Punkt Abzug...trotz sehr guten Instrumentals.
3)Tumble and Fall (7/10): Zwar ein sehr schönes Video, aber es geht hier um das Lied an und für sich. Leider ein Recht dünner Text, aber mit interessanter Grundthematik (kommt im Video besser raus). Instrumental ist gut gespielt, für meinen Geschmack leider ein klein wenig zu eintönig, daher nur 7 Punkte. Trotzdem alles in allem noch ein sehr guter Song.
4) Tender (10/10): Die aktuelle Singleauskopplung. In England ein Charterfolg, vollkommen zu Recht wie ich finde.
Vielen sicher ein wenig zu rührselig vom Text, mir nicht. Auch wenn der Refrain inhaltlich auf den ersten Blick unspektakulär wirkt, so steckt doch viel Gefühl und Wahrheit darin ("Turn over everything/Time can heal us again/I'm tender in your arms/Reaching inside of me/Bringing the love I need/The loneliness has gone"). Wunderbar gesungen, mit kraftvoll/optimistischem Instrumental, dass trotzdem niemals "hart" oder hektisch wirkt. Nach meinem Dafürhalten einer der besten Tracks des Albums!
5) Pushing the senses (8/10): Der titelgebende Song...spielt rockig und zügig auf. Zwar kein umwerfend tiefgründiger Text, aber trotzdem nicht inhaltleer. Das Instrumental gefällt und deutet in viel größerem Maße als die vorhergehenden Songs Feeders Wurzeln im Indierock-Bereich an. Zwar nicht der beste Song des Albums, trotzdem sehr gefällig und einfach rockiger.
6)Frequency (5/10): Meiner Meinung der schwächste Song des Albums. Grant Nicholas am Piano gefällt zwar, aber sonst ein eher langweiliges Instrumental, kaum Textinhalt...das mehrfach wiederholte "It's real love" klingt zu verzehrt um zu gefallen. Kein schlechter Song...aber auch kein guter!
7) Morning Life (7/10): Nachdem der Tiefpunkt des Albums überwunden ist ("Frequency") geht wieder ein gutes Stück bergauf. Im Text wird diesmal über Irrealität ("You're flesh and bone, but nothing is real") und wieder über Vergänglickeit ("Can't let this moment get away/Cause this could be the only day") reflektiert. Zwar nicht besonders ausführlich dafür mit einem interessanten und überdurchschnittlichen Instrumental. Zwar nicht mein Lieblingssong, trotzdem gut anzuhören.
8) Pilgrim Soul (8/10): Ein überraschender Song, energiegeladen, rockig, mit positiver Textausstrahlung ("Cause hey, life's for living"). Sehr zügig, mit wesentlich gitarrenlastigem Instrumental und trotzdem sauber aufspielendem Schlagzeug. Wär die rockigeren Songs von Feeder bevorzugt ist hier genau richtig!
9) Pain on Pain (8/10): Melodisch, melancholisch, genau mein Fall. Der Schmerz wird besungen und verdammt. Gefällt mir texttechnisch sehr gut ("Pain on Pain/ Don't come back here again/Shame on Pain/ Took the last breath away"). Sehr ausbalanciertes,ruhiges und schönes Instrumental. Grant Nicholas' Stimme kommt sehr gut zum tragen. Sicher ein Song der in großem Maße Geschmackssache ist. Einfach mal bei schlechtem Wetter hören, wenn man alleine ist.
Guter Song...ist nahe an den 9 Punkten dran.
10)Dove Gray Sand (9/10): Schöner kann ein Album kaum ausklingen.
Wunderbar harmonisches Instrumental, das den klangvollen Text mit dem von Grant Nicholas wunderbar herausgestellten "Dove Gray Sands", einfach sehr gut unterstreicht. Etwas traurig, mit einem interessanten Text, der sich mir noch nicht komplett erschlossen hat. Wie ein guter Nachtisch, schmeckt wunderbar, ist aber gleichzeitig nicht zu schwer. Klasse Song.
Neben der CD, befindet sich noch eine DVD in der Hülle, mit einer kurzen Doku zu dem Album und einem Videotagebuch zum Dreh des Tumble and Fall-Videos.
Darüberhinaus die sehr sehens- und hörenswerten Depot Sessions, bestehend aus: Tender, Dove Gray Sands, Pushing the Senses und Bitter Glass.
Und last but not least "Victoria" im 5.1 Mix mit Lyric Screen zum mitsingen für diejenigen, die nicht ganz textsicher sind.
Allein das Album verdient 5 Sterne...und wer erzählen möchte, dass Feeder nach Coldplay oder Travis klingen, der hat offenbar noch nicht alle 3 Bands gehört oder schon den ein oder anderen Hörsturz erlitten. Feeder klingen nach sich selbst und wenn sich einige Songs im selben Genre befinden, wie die der o.g. Bands heisst das bei weitem nicht, dass Feeder in irgendeiner Weise kopieren würden. Ich würde Coldplay, vorallem nach ihrem letzten Album mehr als nur eine Liga weiter unten ansiedeln.
Mit der, mehr als netten, DVD als Dreingabe rechtfertigt das Album seine 5 Sterne noch einmal gebührend...für mich das Album 2005...und vermutlich auch das Album 2006.
Danke für's lesen!
Ilias Frankfurt