



» Deep Purple
- Made in Japan 25th Anniversary
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DAS
es ist irgendwie stimmig, dass das - zumindest für meine ohren - wichtigste werk von deep purple ein livealbum ist. philosophische erklärung: auf der bühne konnten sie viel weniger streiten als im studio, da bleibt weniger zeit, da geht es um das wesentliche, die direkte kommunikation mit dem publikum mittels kunst. praktische erklärung: auf einem live-album sind meist nur die besten songs
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guitar
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drauf, da fallen die bei deep purple durchaus gefürchteten füllnummern weg. jedenfalls ist deep purple heute eine der gruppen mit den meisten liveaufnahmen.
was hier aufs allererste hinhören so beeindruckt (und die remastered-ausgabe hat diesen effekt vertieft) ist der - etwa im vergleich zu "in rock" - fantastische sound. gitarre und orgel klingen mächtig, aber auch schlagzeug und bass stehen hier gleichberechtigt wuchtig im soundbild. und trotzdem klingt - wieder im unterschied zu "in rock" - hier nichts übersteuert oder unaufgeräumt. auch ian gillans stimme klingt klar definiert und, obwohl erstaunlich rau (alkohol? das viele touren?), kraftvoll und im besten sinne "schön".
was ebenfalls auffällt: mit welcher selbstverständlichkeit und lässiger kreativität sie ihre songs behandeln, auch in höchstem tempo entspannt grooven, die stücke durch laaaaange jams strecken und dabei aber nie langweilig werden. auch das ist ein unterschied zu manchen studioversionen, die ein bisschen verkrampft wirken. besonders gutes beispiel ist ritchie blackmore. er, im studio oft fast musterschülerhaft spielend, fängt hier bereits an, lässig mit den solos umzugehen. was er etwa im schnellen triolenteil von "highway star" macht, kann man auch fehler nennen - die fragwürdigen töne gehen aber locker als ausdrucksmittel durch, als musikalische illustration von begeisterung.
die interpretationen, die sie hier bieten, sind die definitiven. als beispiel sei nur "smoke on the water" genannt. die leute kennen das stück offenbar noch nicht, bei der ansage bleibt alles still. aber nach kürzester zeit fallen die zuschauer in den groove ein, klatschend. ritchie spielt das riff klar und pur wie nie zuvor und nie nachher. seine souveräne lässigkeit zeigt sich, wenn er am anfang eine kleine schleife rund um die berühmten töne dreht, ehe er wirklich loslegt. kein vergleich zur aufreizenden schlampigkeit, mit der er später dieses riff nudelte, als wollte er die hunderttausenden gitarrendilettanten verspotten, die sich an diesen umgedrehten quint-powerchords vergingen.
sogar das sonst oft so dudelige "space truckin'" erstrahlt hier in improvisierter pracht, obwohl die zweiten zehn minuten eigentlich nicht notwendig wären. "the mule" ist originell, obwohl ich das bei aller zur schau gestellten virtuosität quälend sinnlose schlagzeugsolo kaum aushalte. aber damals galt das noch als wichtiges stilmittel, nicht als lebenszeitverschwendung.
die zusatz-cd bringt ehrlich gesagt wenig. der damalige zugabenblock leidet ein wenig unter alkohol- oder begeisterungsbedingtem überschwang. "black night" fetzt großartig, ian gillan kommt aber beim singen kaum nach. bei "speed king" ist er dann meist ganz woanders, nur nicht beim mikro oder text, das stück wird ein heilloses, aber heiteres durcheinander. "lucille" ist lustig, nicht mehr, nicht weniger.
mit allen fehlern: ein fantastisches, nein, DAS live-rockalbum. eben weil es fehler hat - sogar die fehler sind hier großartig.
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