



» Bruce Springsteen
- Born to Run

Durchbruch für den Boss
1974 schrieb ein Musikkritiker nach einem Konzert Bruce Springsteens mit der E - Street - Band die heute legendären Zeilen: "I've seen the future of Rock 'n' Roll, and its name is Bruce Springsteen." Dieser Kritiker war Jon Landau, der von seiner Entdeckung so überzeugt war, daß er dem "Boss" nicht mehr von der Seite wich, nach langem Rechtsstreit das Management übernahm und auch als
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Martin Resch
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Produzent für das neue Album einsprang, als Springsteen selbst nicht mehr weiterkam.
Die bisherigen Alben der E - Street - Band, "Greetings From Asbury Park, N. J." und "The Good, The Bad And The E - Street Shuffle" waren von der Kritik einhellig gelobt worden, erwiesen sich in den Läden allerdings als Flops. Für sein neues Album schwebte Springsteen etwas ganz Großes vor, ein Konzeptalbum über die Flucht aus der Enge der Kleinstädte und Konventionen sollte es werden, über das ewige Thema Liebe und das Leben in den USA, dazu ein von den legendären Aufnahmen Phil Spectors aus den 60ern inspirierter, gewaltiger Sound, ein Album, das den Hörer schlichtweg überrollen sollte.
Respektable zwei Jahre bastelten Springsteen und seine Band an "Born To Run" herum, es wurde entwickelt, verworfen, ewig umarrangiert und die Reihenfolge geändert, Landau warf mehrere Male das Handtuch und Springsteens Beziehung ging über der Arbeit in die Brüche. Der Boss selbst zog das Resümee: "I was born, grew old and died making the album." Das kann man hören.
"Born To Run" ist ein einziger Gefühlsausbruch, triumphaler, unbändiger Rock, wie man ihn noch nie gehört hatte, Texte voller Sehnsucht zu einer gewaltigen "Wall Of Sound", getragen von Roy Bittans und Danny Federicis brillanten Linien an den Tasten und veredelt von Clarence Clemons' Saxophon.
Das Erscheinen des Albums wurde von einer groß angelegten Werbekampagne begleitet, endlich wurde nun auch die Masse auf Springsteen aufmerksam, "Born To Run" kletterte bis auf Platz 3 der US - Charts und Springsteen hatte sich den ihm zustehenden Platz ganz oben im Rockuniversum erobert.
Hört man das Album heute, ist man immer noch beeindruckt von der Vielschichtigkeit der Musik und der Ehrlichkeit in Springsteens Texten, alle Songs sind mitreißend, sei es nun der Opener "Thunder Road", Springsteens Markenzeichen und sein bester Song überhaupt, das genial arrangierte "Tenth Avenue Freeze - Out", das fast manische "Backstreets", der Titelsong, eine gewaltige Gefühlseruption über die Flucht aus tödlich beengenden Verhältnissen oder der großartige Abschluß "Jungleland". "Nur" acht Songs hat "Born To Run" zu bieten, jeder einzelne ist ein Hochkaräter, der virtuos auf allen Tasten der Gefühlsklaviatur spielt.
Bruce Springsteen hat noch einige hervorragende Alben herausbegracht, die Intensität von "Born To Run" konnte er jedoch nie wieder erreichen. Ein absoluter Schatz in jedem Plattenschrank.
Martin Resch
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