



» The Police
- Greatest Hits

Da ruft man gern nach der Polizei...
Wie bitte? Intellektuelle können keine gute Musik machen?? -- Sicher, ein klein wenig ist schon dran an dieser Binsenweisheit; Kopflastigkeit kann einem an sich brauchbaren Song durchaus den Garaus machen, wie man leider allzu oft hören kann. Aber es gibt auch erlauchte Ausnahmen von dieser Regel -- The Police gehören dazu (andere prominente Beispiele wären die Talking Heads, The Clash oder,
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aktuell: The Dresden Dolls). Hier legen Vollblut-Musiker los, die ihre Instrumente nahezu perfekt beherrschen und die nie versuchen, sich gegenseitig an die Wand zu spielen.
Wie gut The Police waren, zeigt diese "Greatest Hits"-CD von 1992 -- und zwar knapp 70 Minuten lang. Sie enthält 16 Abräumer, die nahezu jeder kennt, der in den späten 70ern und frühen 80ern ab und zu das Radio anschaltete: Roxanne, Can't Stand Losing You, Message in a Bottle, De Do Do Do, De Da Da Da, Don't Stand So Close to Me, Every Little Thing She Does Is Magic, Tea in the Sahara, Spirits In The Material World, Every Breath You Take...Hier hat sich zweifellos ein Kenner an die Zusammenstellung gemacht.
Die ganze Trackliste weckt höchst lebhafte Erinnerungen, und das Beste: Die Songs klingen immer noch so gut, wie man sie in Erinnerung hat, mindestens! Auch wenn Stings Solo-Karriere nicht minder beeindruckend ist -- in Polizeibegleitung war er noch besser (finde ich jedenfalls).
Die Songs sind stark von Wave und Punk beeinflusst, unterscheiden sich aber dennoch deutlich von den meisten ihrer Zeitgenossen: Die Melodien sind bestechend klar, die Rhythmuswechsel atemberaubend. Reggae und Ska sind hier mehr als nur coole Stil-Zutaten der frühen Alben; dasselbe gilt für die Einflüsse von Jazz und afrikanischer Musik der späteren. Irgendwie lassen sich die drei Polizisten nur widerstrebend die gängigen Etiketten aufkleben; sie sind einfach zu markant: Stings Stimmumfang umfasst locker 3 Oktaven, wenn man die Kopfstimme mitrechnet; Stewart Copelands Schlagzeug-Einsätze sind ganz einfach unverwechselbar; Andy Summers' stets unterkühlte Gitarrenriffs bersten vor verhaltener Energie. Drei Exzentriker also, die hervorragend miteinander harmonieren und deren Arrangements mit jedem Takt eine neue Überraschung auf Lager haben -- und bei alledem zerfieseln sie doch nie die Melodie. Perfekt halt...
Wer Wave ganz einfach unausstehlich findet, dürfte auch dieser Juwelensammlung nicht allzuviel abgewinnen können.
Aber wer sich auch nur ein klein wenig mit coolem Wave anfreunden kann, sollte wenigstens mal reinhören in diese Überflieger-Zusammenstellung... 70 Minuten Spielzeit ohne jedes Füllmaterial -- ein Flaggschiff für jede CD-Sammlung!
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