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- Led Zeppelin IV

Ohne Titel mit der größten Rockhymne aller Zeiten
"Wir sitzen da an was Neuem, bei dem Orgel und akustische Gitarre sich ganz langsam hoch steigern, bis dann der elektrische Teil einsetzt. Durchaus möglich, dass daraus ein Fünfzehn Minuten Track wird..."
(Jimmy Page im November 1970)
....."Stairway To Heaven" (Track 4) sollte mit 7:55 Minuten zwar nicht ganz so lange werden, jedoch unbestritten einer der epochalsten Werke
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der Rockgeschichte. Lyrisch wird die Suche einer mystischen Dame nach spiritueller Vollkommenheit geschildert. Plant nannte Jahre später Lewis Spences' "The Magic Art in Celtic Britain" als eine seiner Textquellen. Das Lied erschien mit seinen Paradigmen von Bächen, Bäumen,lockenden Pfeifern und einer strahlend weißen Lichtgöttin wie eine Aufforderung der modernen Welt den Rücken zu kehren, um sich der alten Religion zuzuwenden. Als Sehnsucht einer ganzen Generation nach spiritueller Läuterung sollte der Song zu einer einzigartigen Hymne werden, bei der Page einen unvergleichlichen Kompromiss zwischen der akustischen und metallenen Musiksphäre gefunden hatte. Das sechsseitige Intro des im walisischen Bron-Yr-Aur komponierten Stückes wurde in den Londoner Island Studios aufgenommen. Der Rest, mit dem 12seitigen Gitarrenpart, Jones' gedoppelter Bassflöte und die anderen Songs wurden im mobilen Aufnahmestudio der Rolling Stones, das man nach Headley Grange (New Hamphire) gebracht hatte, produziert.
"Black Dog" (Track 1) basiert auf einem Riff, den John Paul Jones mitgebracht hatte. "Rock and Roll" (2) ist eine "zufällige Komposition" bei der John "Bonzo" Bonham zunächst den Anfang von Little Richards "Good Molly Miss Molly" getrommelt hatte, während zufällig das Aufnahmeband mitlief. Nach Pages spontan über zwölf Takten improvisierten Riff war das Band zwar plötzlich zu Ende, man hatte aber genug Material für den Song, der durch Plants improvisierten Text und einem Boogiepiano Ian Stewarts komplettiert wurde. "The Battle Of Evermore" (3) war ein Duett von Robert Plant und Sandy Denny, das von Pages Spiel auf einer Mandoline (!) begleitet wurde. Zunächst als eine Art altenglisches Instrumental gedacht, wurde es zu einer modernen Form angelsächsischer Schlachtenepik, da Plant zur gleichen Zeit mit der Lektüre der schottischen Grenzkriege befasst war.
Mit seinem dichten Bluesriff und Bonhams zarten, aber prägnanten Schlagzeugspiel, bietet "Misty Mountain Hop" (5) die Darstellung einer walisischen Bilderwelt. "Four Sticks" (6) ist eine Boogiepiano-Jam, mit dem Ur-Rolling Stone Ian Stewart, dessen Takt an Bo Diddley erinnern lässt. Die Melodie von "Going To California" (7) hatte sich Page für die akustische Gitarre ausgedacht. Der Song war Tribut und Hommage an die kanadische Sängerin Joni Mitchel, die sowohl für Page als auch Plant schlechthin das Idol war. Daneben spiegelte das Stück die Sehnsucht der Gruppenmitglieder nach dem amerikanischen Sonnenstaat mit all seinen Exzessen. "When The Leeves Break" (8) hatte Jimmy Page auf einer alten Schellackplatte von Memphis Minnie und Kansas McCoy aus dem Jahre 1928 gehört. Page baute den klassischen Zwölftakt-Blues mit gephasten Vocals und einem Mundharmonikasolo mit Backward Echo vollkommen um, so dass dem Hörer das Bluesgefühl der Gruppe vermittelt wird.
Die 1971er "Return to the Clubs" Tour startete am 5. März in dem von Bürgerkrieg zwischen Katholiken und Protestanten zerrissenen Belfast. Als Led Zeppelin "Stairway to Heaven" - für das sich Page eigens eine Gitarre mit zwei Hälsen (zwölf Saiten am oberen, sechs auf den unteren Hals) hatte anfertigen lassen - anstimmte, herrschte eine kurze Friedensphase.
Das schließlich am 8. November 1971 erschienene Album trug weder einen Titel, noch zeigte es den Bandnamen, wartete im Inneren statt dessen mit vier geheimnisvollen Zeichen auf; eine Feder im Kreis für Robert, drei ineinander verwobene Kreise für Bonzo, drei ineinander verwobene Ovale, die wiederum in einen Kreis verwoben sind für John Paul Jones und eine mystische Glyphe mit dem Wort "Zoso" für Jimmy Page. Das als "Untitled" oder "Zoso" in die Rockgeschichte eingegangene Album ist das absolute Highlight der Gruppe, das mit "Stairway To Heaven" eines der berühmtesten und einflussreichsten Songs des 20. Jahrhunderts bringt. Unzählige Male, u.a. 2002 von Dolly Parton mit einem Gospelchor gecovert, erklingt er seit 2007 auch als neues Glockenspiel des Fürther Rathausturmes.
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