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- Sonic Boom (Limited Edition 2CD + DVD)

Kiss klingen wieder nach Kiss - SUPER ALBUM
Daß Sonic Boom ein Volltreffer war, zeigen die bisherigen Rezensionen hier auf Amazon. Ein Bewertungsdurchschnitt von 4,3 bei 98 Rezensionen - das kann sich sehen lassen. (Nörgler gibt es immer - doch Bewertungen unter 3 Sternen für dieses Album sind eh nicht ernst zu nehmen ...) Hauptgrund für die positive Resonanz dürfte sein, daß Kiss wieder nach Kiss klingen. Kiss hatten ihre beste Zeit
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Harald S.
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bis 1982. "Creatures of the night" war nochmal ein fulminanter Endspurt der "alten Kiss". "Lick it up" war auch ein gutes Album, doch das klang schon nicht mehr so richtig nach Kiss. Von den späteren Scheiben ganz zu schweigen, auch wenn der eine oder andere gute Song noch dabei war. (Z.B. "Heaven's on fire" oder "Unholy".)
Sonic Boom kann man durchaus als Retro-Album auffassen - zurück zu den Wurzeln. Doch es ist kein bloßes Kopieren des alten Stils oder gar alter Songs. Kiss kommen mit viel neuem Schwung und neuen Melodien daher, klingen taufrisch. Der Sound ist handfester Hardrock mit schmetternden Gitarrenriffs - ähnlich "Creatures of the night" oder "Lick it up". Jedoch nicht ganz so hart und brachial, dafür melodienreicher. Eher so eine Mischung aus den 2 genannten Alben und "Rock and roll over" oder "Love Gun". Mit sehr guten Gesangspartien - auch die "Neuen", Lead-Gitarrist Tommy Thayer und Drummer Eric Singer, haben sich diesbezüglich hervorragend entwickelt. Auf der sehr schönen CD-Box sind alle 4 Mitglieder mit "Lead vocals" untertitelt - und das ist keineswegs übertrieben. Kiss singen oftmals sehr gekonnt mehrstimmig, doch auch solo schlagen sich die neuen ausgezeichnet: Erics "All for the glory" und Tommys "When Lightning strikes" zählen zu den besten Stücken auf der Scheibe. Der Hammer-Song ist jedoch "Russian Roulette", das Gene unglaublich cool singt und in dem er sein extravagantes Bassspiel wieder zum besten gibt. "I'm an animal" ist ein typisches, dämonisch-düsteres Gene-Lied, das von der Melodie und vom Charakter her stark an "Almost Human" erinnert, vom Sound her aber ganz nach dem "Creatures of the night"-Album klingt. Trotz der Parallelitäten ein eigenständiges, starkes Lied. "Yes I know" und "Hot and Cold" sind unkomplizierte "Gene-Gute-Laune-Rocker", ganz nach "Rock and roll over"-Manier. "Stand" ist eine tolle Hymne mit gemischten Lead vocals (klasse!), die zunächst abgeht wie ein Zäpfchen, dann aber in einen langsam gesungenen Refrain übergeht - ziemlich ungewohnt, ich brauchte eine Weile um mich daran zu gewöhnen, mittlerweile finde ich das Stück klasse. Null Eingewöhnungszeit brauchte "Modern day delilah", das sich schon beim ersten Hören unauslöschlich in die Gehörgänge einbrennt und ein super Gitarrensolo hat. (Auch "All for the glory" hat ein starkes Gitarrensolo - super, Tommy!) Mit "Danger us" ist Paul mit einem weiteren sehr guten Song vertreten.
FAZIT: Bei Ihrer erfolgreichen Worldtour 2008 haben Kiss offensichtlich wieder richtig Lust auf's Musikmachen bekommen. 37 Jahre nach ihrer Gründung präsentieren sich Kiss in absoluter Topform. NIE WAR KISS BESSER. Die Neuen, Thayer und Singer, sind nun endgültig in die Band aufgenommen und die vier bilden eine geschlossene Einheit. Mit diesem Album sollte der Trennungsschmerz von Ace und Peter nun auch für die eingefleischten Fans endgültig überwunden sein. Sonic Boom höre ich seit über einer Woche rauf und runter, was bei mir selten vorkommt, und die Würfel sind gefallen: Kiss 2010 live in Hamburg - Ich bin dabei!!
Limited Edition (2 CD und DVD): Die DVD kann man sich angucken, ganz okay. Eine Katastrophe ist hingegen die Bonus-CD. Was soll denn das sein?? Kiss covered sich selbst auf primitivste Art und Weise. Eigenständige Neuinterpretationen alter Songs - das wäre ja ein echter Bonus gewesen. Aber davon kann hier keine Rede sein. Es handelt sich um 1:1-Cover-Versionen - wie die Originale, nur viel schlechter. Nichts gegen Eric Singer - doch sein "Black Diamond" kann dem Original nicht mal den kleinen Finger reichen. Nicht nur, daß diese Cover-Versionen unnötig sind - sie entweihen "heilige" Songs, das ist Frevel. Das ist ungefähr so, als würde Paul McCartney mit 2 Studio-Musikern "Let it be" originalgetreu neu aufnehmen und veröffentlichen - das geht gar nicht.
Harald S.
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