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-The Singles

Es ist fast schon unheimlich...
...das es in der heutigen Zeit, in der die gesamte Musikszene so schnellebig ist, eine Band einfach da ist und mit jedem neuen Album wächst.
Seit ich vor sieben Jahren mit 13 Jahren in England zum ersten mal diese (bis dato in Deutschland absolut unbekannte) Band gehört habe, konnte ich mich keinem einzigen Album und keiner einzigen Single entziehen.
Jedes der 5 bisherigen
...
Ilias Frankfurt
Studioalben hatte seinen ganz eigenen Reiz und viele hitverdächtige Tracks. So wundert es kaum, dass die Jungs um Grant Nicholas jetzt ihr erstes Best-of-Album veröffentlichen und den Blick zurück auf die vergangenen fünf Alben richten, die unterschiedlicher nicht sein könnten...
Sobald man den schicken Pappschuber der Premium Version in den Händen hält und zum ersten mal die Tracklist des Albums und der dazugehörigen DVD mit den 26 Musikvideos aus Feeders gesamter Historie betrachtet, wächst die Vorfreude ins Unermessliche.
Beginnen wir zunächst mal mit dem Album an sich, dass neben 16 bekannten Tracks aus der Bandgeschichte drei neue Titel bereit hält (Lost&Found, Burn the Bridges und Save us) sowie die Single "Shatter", die bislang nur einzeln erhältlich, bzw. Teil des "Wächter der Nacht"-Soundtracks war.
Also wandert die CD schnellstmöglich in den Player...betrachten wir die Tracks im einzelnen (alle Bewertungen sind rein subjektiv):
1)Come Back Around (7/10): Seinerzeit die erste Singleveröffentlichung des "Comfort in Sound"-Albums. Nette Up-Tempo Nummer, die für das Album damals allerdings nicht repräsentativ war und mit etwas härteren Riffs und einem eingängigen Text auffährt. Ein Track der mehr an Feeders frühere Zeiten erinnert, in denen sie noch viel rockige Feiermusik gemacht haben. Trotzdem ein klasse Partytrack, der zum mithüpfen einlädt und einen kraftvollen Opener darstellt.
2) Buck Rogers (9/10): Einer der bekanntesten Feeder-Tracks aller Zeiten. Nicht zuletzt durch Gran Tourismo 3 (PS2-Spiel) große Resonanz in Deutschland. Einer der Tracks, die vor dem Freitod des ehemaligen Feeder-Drummers entstanden. Kraftvolle, schnelle Riffs, die einen geradezu mitreissen, dynamisches Schlagzeug, kurz: Einer der rockigsten Feeder-Tracks mit hohem Spaßfaktor!
3) Shatter (8/10): Sehr düster anmutender, gitarrenlastiger Track, der damals seinen Weg nicht auf das "Pushing the Senses"-Album gefunden hat, weil die Härte und die (nicht nur textliche) düstere Atmosphäre nicht zum Gesamtkonzept des Albums passten. Dafür auf dem Soundtrack zu "Wächter der Nacht" einer der stärksten Tracks, der Feeder von einer ganz anderen Seite zeigt. Laut aufdrehen...
4) Just the Way I'm Feeling (7/10): Eigentlich sehr schöner Track vom "Comfort in Sound"-Album. Der erste Track des Best-Of's, der etwas langsamer aufspielt. Eine Mid-Tempo Nummer, die zwar textlich und vom Instrumental überzeugen kann, aber damals zwischen den anderen grandiosen Tracks von "Comfort in Sound" etwas unterging. Auch hier etwas ungünstig zwischen Shatter und Lost&Found plaziert. Trotzdem ein guter Track, der vielen gefallen dürfte...
5)Lost&Found (7/10): Die erste wirklich neue Single...spielt zügig und mit recht schwerem, aber trotzdem nicht erdrückenden Instrumental auf. Textlich ok (aber leider nicht mehr),begeistert dieser Track wohl eher die Fraktion, die gerne die älteren, rockigen Feeder-Tracks mochte. Trotzdem weit davon entfernt ein schlechter Track zu sein.
6) Just a Day (10/10): Ein Track, der schnell und unkompliziert aufspielt und einfach gute Laune versprüht. Ebenfalls damals in Gran Tourismo 3 vertreten, schiebt dieser Track jede Party an und zwingt regelrecht zum springen und mitgröhlen.
Einer der besten, wenn nicht der beste Track, aus dem Gute-Laune-Rock-Lineup Feeders, vor dem Selbstmord Jon Lee's.
7) High (10/10): Meiner Meinung nach der beste Track von Feeders "Polythene"-Album. Mid-Tempo Melancholie mit recht gutem Text, vorallem aber sehr ausdrucksstarkem Gesang. Streicher, dynamisches Schlagzeug und wunderbar abgestimmte Gitarren runden den großartigen Eindruck dieses Tracks ab...der erste Track von Feeder, den ich stundenlang am Stück hören wollte...Klasse!
8) Comfort in Sound (10/10): Die Single zum gleichnamigen Album. Was soll ich sagen, unter anderem mit diesem Tack fing meine Faszination für das "neue" Feeder an. Etwas schwermütig und melancholisch, wie viele Tracks nach dem Tod Jon Lee's, aber mit einem großen Schimmer Hoffnung dabei, spielt sich die wunderbare Gitarre, untermalt von einem sehr gut dosierten Schlagzeug und begleitet von Grant Nicholas' großartiger Stimme, direkt ins Herz und den Gehörgang. Einmal gehört, vergisst man diesen Song nie wieder.
9)Feeling a Moment (10/10): Der Opener des Albums "Pushing the Senses"...und was für einer. Energiegeladener Song, der ein klein wenig an U2 erinnert, jedoch mit Grant Nicholas' überzeugender Stimme. Ansprechendes Schlagzeug, auch Gitarre und Bass sind feinfühlig abgestimmt und ergeben ein schwungvolles (im Refrain) und trotzdem ruhiges (während der Strophen), vorallem harmonisches Klangbild.
Der Text, ist geprägt von den Themen Einsamkeit ("How will you feel when there's no one"), Trauer ("How do you feel when there's no sun?") und Vergänglichkeit, die vermutlich durch den tragischen Selbstmord Jon Lee's begründet ist ("Buried the ashes of someone"), aber auch in allgemeiner Form besungen wird ("Feeling the moment slip away").
Alles in allem ein Stück, dass einen mit offenem Mund zurücklässt. Grandios!
10) Burn the Bridges (8/10): Der zweite neue Song. Sehr gefälliger Chorus, auch wenn der Text nicht allzu tiefgründig ist, der Song ist ein Live-Knaller bei jedem Konzert. Nicht ganz so hektisch wie Come Back Around und mit einem tollen Gitarrensolo, weißt er doch einige Parallelen zu dem o.g. Song auf. Meiner Meinung nach das bessere Come Back Around!
11)Tumble&Fall (7/10):Zwar ein sehr schönes Video, aber es geht hier um das Lied an und für sich. Leider ein Recht dünner Text, aber mit interessanter Grundthematik (kommt im Video besser raus). Instrumental ist gut gespielt, für meinen Geschmack leider ein klein wenig zu eintönig, daher nur 7 Punkte. Trotzdem alles in allem noch ein sehr guter Song vom "Pushing the Senses"-Album.
12)Forget About Tomorrow (7/10): Ein musikalisch schön untermalter Song vom "Comfort in Sound"-Album. Textlich ok, beeindruckt Grant Nicholas' Stimme leider weniger, als bei den meisten anderen Tracks. Dafür nur 7 Punkte...da hätte ich mir einen anderen Track auf der Platte gewünscht. Trotzdem nicht schlecht...
13) Tender (10/10): Eine Singleauskopplung vom "Pushing the Senses"-Album. In England ein Charterfolg, vollkommen zu Recht wie ich finde.
Vielen sicher ein wenig zu rührselig vom Text, mir nicht. Auch wenn der Refrain inhaltlich auf den ersten Blick unspektakulär wirkt, so steckt doch viel Gefühl und Wahrheit darin ("Turn over everything/Time can heal us again/I'm tender in your arms/Reaching inside of me/Bringing the love I need/The loneliness has gone"). Wunderbar gesungen, mit kraftvoll/optimistischem Instrumental, dass trotzdem niemals "hart" oder hektisch wirkt. Nach meinem Dafürhalten einer der besten Tracks des Albums!
14) Pushing the Senses (8/10): Der titelgebende Song des "Pushing the Senses"-Albums (wer hätte das gedacht)...spielt rockig und zügig auf. Zwar kein umwerfend tiefgründiger Text, aber trotzdem nicht inhaltsleer. Das Instrumental gefällt und deutet in viel größerem Maße als viele andere aktuellere Songs Feeders Wurzeln im Indierock-Bereich an. Zwar nicht der beste Song des Albums, trotzdem sehr gefällig und einfach rockiger.
15)Save Us (10/10): Das Sahnestückchen der neuen Songs. Textlich sehr kompakt, aber sehr wohlklingender Gesang und ein Instrumental, das einem die Beine wegreisst. Das Gesamtbild passt einfach. Großartig! Man beachte auch das zweite Gitarrensolo am Ende...allein für diesen Song lohnt sich die Platte! Mehr brauch ich glaube ich nicht zu sagen.
16)Seven Days in the Sun (9/10): Der dritte Track, der auch bei Gran Tourismo 3 vertreten war. Vom Album "Echo Park" eines der stärksten Stücke...einfach Sonnenschein-Rock. Unbeschwert und spritzig balgen sich Gitarre, Bass und Schlagzeug und Grant Nicholas' singt einfach weil's ihm Spaß macht...einfach im Sommer raus, ein Bier in die Hand und diesen Song anschmeissen!
17) Insomnia (6/10): Der schwächste Song dieser Platte wie ich finde. Von den hier vertretenen Werken eines der ältesten, spielt es flott auf, allerdings klingen die Riffs ein wenig abgegriffen, Songstruktur gefällt mir nicht optimal und der Text ist auch nicht so mein Fall. Ein wenig noisig, aber nicht mein Ding.
18)Turn (8/10): Ebenfalls von "Echo Park" gefällt mir dieser Song sehr gut, weil er eben den stark rockigen Einschlag Feeders mit ein ganz klein wenig Melancholie mischt. Fand ich damals sehr interessant und dank dieser Platte, wurde dieser von mir fast vergessene Song wieder in mein Bewusstsein gerufen..."Cause I don't want to be a hero, cause I don't want to be a zero...and I don't want to sit here and wasting time."
19)Yesterday went too soon (9/10): Vom gleinamigen Album einer der besten Tracks...erinnert ein wenig an Travis...nur besser...
20)Suffocate (10/10): Sehr schöner Ausklang...eines der frühen melancholischen Werke. Soweit ich weiß, der Song mit dem Feeder ihren Plattenvertrag ergatterten. Schwierig darüber etwas zu schreiben...muss man gehört haben! ;)
Zu diesem wirklich gelungenen Best of gibt in der Premium Version noch die wirklich großartige DVD mit 26 Musikvideos, für die sich die Anschaffung allein schon lohnt. Viele davon waren in Deutschland niemals zu sehen...
Aber auch die gut gelungene Zusammenstellung der Tracks, mit den 3 Neuzugängen und Shatter gefällt. Selbst als Besitzer aller Alben, erweitert die Anordnung der Tracks mit den neuen dazwischen, das Spektrum der Eindrücke, die von Feeder bleiben nochmals. Eines der wenigen Best-Of-Alben, die nicht nach Abzocke mit bereits vorhandenen Songs riechen, sondern ein ganz neues Kunstwerk!
Für alle Leute, die Feeder nicht kennen: Greift zu, ihr werdet es nicht bereuen, diese Band ist einfach groß und das Album wunderbar geeignet um sie kennenzulernen.
Für alle Leute die Feeder kennen: Ihr holt es euch doch sowieso...und das vollkommen zu Recht! :)
Ilias Frankfurt
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