Portrait von Nunzio La Vecchia
Nunzio La Vecchia. Alleine der Name klingt schon wie Musik, und doch werden nicht nur Musikfans wissend nicken, wenn sie diesen Namen hören, sondern auch Wissenschaftler, Piloten, Rennfahrer und Erfinder. Denn Nunzio ist alles dies, und das auch noch sehr erfolgreich. Doch wenn er ganz alleine ist, und seine Gitarre in die Hand nimmt, dann gibt es nur noch die Musik für den smarten Schweizer mit den italienischen Wurzeln. Dabei fing Nunzios Geschichte alles andere als erfolgversprechend an. Er ist ein „Secondo“, also ein Kind italienischer Einwanderer. Seine Eltern waren sehr Arm und Nunzio gerade zweieinhalb Jahre jung, als er mit seinen älteren Brüdern in ein Heim kam.
In dem Heim verbrachten sie den Großteil ihrer Kindheit. Der Sensible Nunzio träumte von nichts anderem als von einem richtigen Zuhause, aber die Verhältnisse sprachen dagegen. Doch ein Gutes hatte das Heim. Denn er traf dort seine größte Liebe: die Gitarre. Er bekam Unterricht und gründete eine Band mit seinen beiden Brüdern. Das war das Familienähnlichste, was der Teenager hatte, und deshalb traf ihn die Trennung der Band sehr hart. Es dauerte, bis er das überwunden hatte. Anstatt jedoch den Kopf in den Sand zu stecken, krempelte Nunzio die Ärmel hoch und wandte sich der Fliegerei zu, seinem zweiten Hobby.
Er machte mehrere Jobs neben der Schule, entwickelte Software-Lösungen und Patente. All das, nur um das fliegen zu finanzieren. Es dauerte nicht lange und aus dem Jungen, der nur Gitarre spielte, war ein Erfinder geworden. Mittlerweile hat Nunzio sogar ein eigenes Forschungszentrum, wo Technologien der Zukunft entwickelt werden. Doch während sein mathematisches und technisches Geschick ihn voranbrachte, fehlte ihm immer irgendetwas. Was das war, erfuhr er eines Tages, als er bei einer Autoshow den Saxofonspieler Philippe Chretien kennen lernte. Unsicher, nahezu scheu kam Nunzio in ein Gespräch mit Philippe. Sie verabredeten sich und eine absolut unvergessliche Session in Nunzios Büro war die Folge. Nunzio stellte mit Philippe und Jeannot Steck, einem Produzenten, eine Band zusammen. Nach dem ihrem ersten Tag im Aufnahmestudio fühlte Nunzio sich wie neugeboren und als der wahrscheinlich glücklichste Mensch unter der Sonne. Seine musikalische Seele hatte wieder ein Zuhause.
