Nunzio La Vecchia - eine unglaubliche Erfolgsstory im Club Soda
(20.06.2008)Seine Geschichte ist unglaublich, seine Musik unwiderstehlich. Nunzio La Vecchia ist Wissenschaftler, Erfinder, Rennfahrer, Pilot. Doch wenn er mit seiner Gitarre allein ist, dann ist er Musiker und alles andere vergessen. Alles, was sonst so wichtig scheint. Dann zählt allein die Musik, und Nunzio La Vecchia ist endlich ganz er selbst – in all seiner Sanftheit, all seiner Kühnheit, seinem Mut und seiner Melancholie. Die Band setzt ein, der Rhythmus flutet die Stille. Willkommen im CLUB SODA! Willkommen in der Welt des Nunzio La Vecchia!
Auf seinem zweiten Album CLUB SODA wagt sich der Schweizer noch mehr aus der Deckung als bei seinem stillen Debüt „Emotion“. Auch diesmal hat er erlesene Songs geschrieben, deren dunkle Melange aus Jazz und R&B, Latin und Lounge, Pop und Funk den Zuhörer auf faszinierende Weise in ihren Bann zieht. Da sind einmal mehr die hervorragenden Musiker und die hypnotische Kraft des Grooves. Aber diesmal lässt Nunzio La Vecchia nicht nur seine Gitarre sprechen, erstmals tritt er neben der großartigen Vokalistin Lilly Martin auch als Sänger in Erscheinung.
All dies geschieht mit der für ihn typischen Zurückhaltung, mit Charme und Understatement. Am liebsten taucht er gemeinsam mit seinen Musikern ab und lässt Pianist Alex Wilson oder Philippe Chrétien am Saxophon Raum für ausgedehnte Improvisationen, um dann selbst die Songs höchst dezent und nuanciert mit feinsten melodischen Kommentaren oder pointierten Akkorden voranzutreiben. Es ist diese zunächst unscheinbare spanische Gitarre, die den Songs auf CLUB SODA ihre Seele einhaucht. Auf einem coolen Jazz-Fundament entsteht jedoch rasch ein musikalischer Hochtemperaturreaktor. Nunzio La Vecchias Gitarre wird so zur sechssaitigen Manifestation purer Emotion.
Doch was so spielerisch leicht klingt, hat einen überraschenden Hintergrund. Nunzio La Vecchia, ein Schweizer mit süditalienischen Wurzeln, ist eigentlich Wissenschaftler und Erfinder. Aber er ist niemand, der auf den Gipfeln seines wissenschaftlichen oder wirtschaftlichen Erfolges aufgehört hat, neugierig zu sein. Jeden Tag entdeckt er Neues und dehnt dabei die Grenzen des Machbaren immer weiter aus. Ob am Steuer eines Rennwagens, im Cockpit eines Jets oder im Studio bei der Arbeit mit seiner Band, um mit der Sprache der Musik von sich und seiner Welt zu erzählen.
Nunzio La Vecchia ist ein Secondo, ein Sohn mittelloser italienischer Einwanderer. Er wurde in der Schweiz geboren und kam mit zweieinhalb Jahren in ein Heim. Hier verbrachte er mit seinen beiden älteren Brüdern den größten Teil seiner Kindheit. Eigentlich wollte der sensible Junge ein richtiges Zuhause, doch die Verhältnisse, sie waren nicht so. Im Heim hatte er allerdings eine wichtige Begegnung, er lernte die große Liebe seines Lebens kennen: die Gitarre.
Er erhielt Unterricht und gründete später mit seinen Brüdern eine Band. Ein wichtiger Halt für den unbehausten Teenager. Umso härter traf ihn die Trennung der Gruppe, die er lange Zeit nicht verwinden konnte. Doch Nunzio La Vecchia entschied sich für eine Flucht nach vorne: Da eine Reunion der Band aus verschiedenen Gründen unmöglich war, widmete er sich von nun an einer anderen Passion – der Fliegerei. Um seinen Traum vom Fliegen finanzieren zu können, nahm er neben der Schule jede Arbeit an. Bereits früh entwickelte er erste Patente und Software-Lösungen. Und bald war klar: Aus dem Jungen mit der Gitarre war ein genialer Erfinder geworden.
Heute ist Nunzio La Vecchia Erfinder und schreibt Patente, die durch Verkauf oder Lizenzen verwertet werden. In seinem Forschungszentrum entwickelt er Technologien für die Zukunft der Menschheit.
Bei seiner Arbeit als Wissenschaftler und Erfinder setzt er auf hohe Computer-Kapazitäten. So besitzt er ein Virtual Reality-Center, mit dessen Hilfe er von der Kaffeemaschine bis zum Flugzeugträger alles in 3D visualisieren und simulieren kann, was für ihn vorstellbar ist. Als Bildschirm dient ihm dabei ein 3 x 8 Meter großer Monitor – es gibt keine Limits!
In seiner raren Freizeit widmet sich Nunzio La Vecchia seinen Passionen – der Fliegerei und dem Autorennsport. Alles ist hochtechnisiert, und Nunzio La Vecchia legt Wert darauf, dass er die Maschine steuert und nicht die Maschine ihn.
Doch bei all den unglaublichen Erfolgen und der schier grenzenlosen Begeisterung für Mathematik und Technologie gab es stets etwas in diesem abenteuerlichen Leben, was fehlte. Und dieses Etwas war zweifellos die Musik. Die Musik, die er als Junge lieben gelernt, die ihm Halt gegeben hatte und die ihm auch durch die Trennung seiner Band niemals abhanden gekommen war. Er besaß noch die Gitarre von damals. Und manchmal griff er in die Saiten, und dieses Gefühl, ganz bei sich zu sein – es war wieder da.
Dann kam der Tag, an dem im Leben des kontrollierten Analytikers alles anders wurde. Bei einer Autoshow lernte er den bekannten Schweizer Saxophonisten Philippe Chrétien kennen. Unsicher, fast scheu kam er mit dem Musiker ins Gespräch. Die beiden verabredeten sich zu einem Treffen, aus dem schließlich in La Vecchias Büro eine unvergessliche Session wurde. Die musikalische Seele des Jungen mit der Gitarre hatte endlich wieder ein Zuhause gefunden. Gemeinsam mit Philippe Chrétien und dem Produzenten Jeannot Steck stellte er wieder eine Band zusammen. Später sagte er, nach dem ersten gemeinsamen Tag im Studio habe er sich gefühlt, als sei er der glücklichste Mensch der Welt.
Natürlich lässt ein voller Terminkalender keine Extravaganzen zu. Aber für Nunzio La Vecchia ist Musik auch keine Extravaganz. Sie ist ein zentraler Bestandteil seines Lebens und ein wichtiges Korrektiv: Wenn er am Klavier komponiert oder sich über die Gitarre gebeugt mit den unterschiedlichen Spielarten des Flamenco beschäftigt, dann ist auf einmal nicht er derjenige, der steuert. Die Musik übernimmt die Kontrolle und trägt ihn weit fort zu neuen Ideen, zu neuen Horizonten und in Sphären, die dem nüchternen Wissenschaftler und kühl rechnenden Kaufmann sonst verschlossen sind.
Mit CLUB SODA hat Nunzio La Vecchia dieses Lebensgefühl eingefangen und in Musik übersetzt. Vom groovenden Opener „Nightshift“ bis hin zu der nachdenklichen Jazzballade „From Time To Time“, in der der Mensch und Musiker seine tiefe Melancholie offenbart, reicht die Bandbreite eines künstlerischen Schaffens, das erst über die Umwege einer unmöglich erscheinenden Lebensgeschichte möglich wurde. Und dabei steht eins fest: Die Geschichte geht weiter…
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