Heidelberg & Karlsruhe- Wo fang ich an, wo hört das auf
(27.04.2010)Thomas Godoj & seine Band unterwegs in Richtung G- Tourteil II- alles etwas kleiner, dafür viel intimer mit einer sagenhaften Intensität und Nähe. Nein, es ist nicht wirklich ein zweiter Teil der Tour vom Dezember: veränderte Setliste, Entglitzerung der Show, Entrümpelung von allem Schnickschnack, so der Sänger. Das koste nur Kohle, ausschließlich die Musik soll für den Vollblutmusiker im Mittelpunkt stehen. Back to the roots!
Nein, was da in Oberhausen am 19. April begonnen und über Münster und Krefeld geführt hat und am Wochenende in Heidelberg und Karlsruhe zu hören, zu erleben war, ist Deutschrock vom Feinsten- feurig, pur, unverfälscht, handgemacht, voller Leben und sprühender Energie. „Das ist Rock `n Roll“, so der Frontmann Godoj.
Thomas Godoj, das Kraftpaket, das scheinbar nie müde werdende Energiebündel, rockt schweißgebadet, was das Zeug hält, gibt mit seiner unverwechselbaren Stimme sowohl den lauten als auch den leisen Tönen eine ganz individuelle Note, die die Konzertbesucher jeden Abend in ihren Bann zieht und das von der ersten Minute an. Arme hoch und den Autopilot eingeschaltet und schon geht es ab auf eine Reise, die ca. 2 Stunden dauern soll, auf der sich der Sänger, die Musiker mit ihren Instrumenten und das Publikum nichts schenken. Rinnende Schweißbäche, man hat das Gefühl, in einen Feuerkessel hineingeworfen zu sein, der den Siedepunkt sehr schnell erreicht hat und nun in Intervallen aufbrodelt bis zum Überlaufen.
Thomas Godoj hat scheinbar Gäste und Band voll im Griff, egal, ob in einem kleinen Club mit 300 Konzertbesuchern wie in Heidelberg oder einigen hundert wie in der Festhalle in Karlsruhe- Durlach, wo die Bühne dreimal so groß war. Der Typ findet immer Platz zum Abrocken.
Nach einem diesmal sphärisch klingenden Intro zur rockigen Version von „Autopilot“ stehen alle 6 Musiker gleichzeitig auf der Miniaturbühne des Clubs im Schwimmbad; Frontmann Godoj nimmt Fühlung auf und scheint von oben betrachtet wie in einem Boot in dieser wogenden Menge zu stehen und diese wellenartig in Bewegung zu setzen- lasst uns schauen, wohin es uns trägt. Fest hält Godoj die Fäden der Show in der Hand, muss sie jedoch immer mal wieder abgeben. Intensive Chorgesänge einzelner Songs begleitet von allerlei Geräuschen der Begeisterung ringen der Band bereits während des laufenden Programms Zugaben ab. Irgendwie schafft es die Menge immer wieder, dass die Musiker mit ihren Instrumenten einstimmen und Thomas Godoj gar nichts weiter übrig bleibt, als mitzumachen- ein sich bei jedem Konzert wiederholendes Ritual und so kann man schon für 2 Stunden glauben; „Uns gehör`n die Dächer einer ganzen Stadt…dieser Ort ist wie für uns gemacht…lass(t) uns schwör`n, es wird immer so bleiben!“
Heidelberg, ganz nah waren sie ihren Musikern, v. a. die, die wie so oft schon viele Stunden vor Konzertbeginn ganz getreu dem Motto >>WARTEN AUF GODOJ
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