Ein Abend in Kölle mit Bosstime
(28.10.2008)Am 24. Oktober 2008 spielte Bosstime, für mich Deutschlands beste Bruce Springsteen Tribute Band, im Kölner YARD- Club in der Kantine auf. Der familiär wirkende Club war reichlich mit Konzertbesuchern gefüllt, als die 6 Musiker um den Sänger Thomas Heinen die spärlich beleuchtete Bühne betraten. Die Instrumente waren gestimmt, die Stimmen gut eingesungen, die Technik war eingestellt und nach ein paar Worten der Begrüßung ging es mit „THE TIES THAT BIND“- original vom 1980 erschienenen Springsteen- Album „The river“- so richtig rockig los.
Damit war das gut gelaunte Publikum eingestimmt und es entstanden erste Bande, die zusammen halten. Mit „RADIO NOWHERE“ vom jüngeren Album „The rising“ ging dann die Post gleich richtig ab. Die Jungs hauten ordentlich auf ihre Instrumente ein, man erlebte den Text live mit: „Ich möchte tausend Gitarren, ich möchte das Schlagen der Trommeln, ich möchte eine Million verschiedene Stimmen. Ganz so viele waren wir zwar nicht, aber kräftig mitgesungen wurde trotzdem und Frontmann Thomas Heinen sang kräftig und leidenschaftlich in sein Mikrofon. Es folgte eine bunte Mischung alter und neuerer Songs mit „OUT IN THE STREETS“ und „2 HEARTS“, einem wunderschönen Liebeslied, das davon singt, dass zwei Herzen zusammen besser sind als eines allein, wiederum vom Album „The river“
Ein weiterer Höhepunkt war der stark interpretierte Song „BADLANDS“, eine Hymne für Springsteenfans, vom frühen Album „Darkness on the edge of town“. Thomas Heinen und Sebastian Netz sangen diesen Klassiker so kräftig und einfühlsam, das selbst der Boss Freude daran gehabt hätte. Das Uhuhuhu, das bei jedem Springsteenkonzert nicht fehlen darf, drang aus dem Publikum auf die Bühne vor, wurde aufgegriffen und schuf eine Einheit zwischen Musikern und Konzertbegeisterten. „THE RISING“ von Springsteens erstem Studioalbum mit der E Street Band forderte auch Teneja Skrget als Backroundsängerin heraus, man spürte sowohl im Gesang als auch der Musik den leichten Gospeltouch. die Titel dieses Albums sind besinnlicher und weniger aufs Abrocken aus, Bosstime spielte davon noch den fröhlich wirkenden Titel „WAITIN ON A SUNNY DAY“, angesichts des Dauerregens an diesem Tag in Köln sehr passend. Im Publikum begann man zu tanzen.Die Trackliste umfasste noch weitere 15 Springsteensongs:
„LONESOME DAY“, „LIVIN IN THE FUTURE“, „MY LOVE WILL NOT LET YOU DOWN”, die Livepremiere der Bosstimer “GIRLS IN THEIR SUMMERCLOTHES”, “HUMAN TOUCH”- wunderbar gesungen von Thomas, Teneja und Sebastian- und dann folgten die wahren Klassiker, Hymnen der Rockmusik: “THUNDER ROADS”, “MARY`S PLACE“, „I`M ON FIRE“, „THE RIVER“, „SPIRIT IN THE NIGHT“, „LONG WALK HOME“ und „DANCING IN THE DARK“. Letzteres passierte dann auch im YARD- Club, dieser rhythmische Song animierte förmlich zum Mittanzen und dunkel war es auch. Natürlich durfte DIE HYMNE des Abends nicht fehlen: „BORN TO RUN“, ein Song, der für mich der Beginn meiner 30jährigen Begeisterung für die Musik vom Boss war. 1975 brachte das 3. Album Bruce den Durchbruch in der Welt des Rock `n roll. Hier ist auch die Geburtsstunde der E Steet Band zu finden, die Musiker um Springsteen sind unverzichtbar für den satten und variationsreichen Klangteppich um seine kraftvolle Stimme.
Die Musiker um Thomas Heinen boten ihm dasselbe Engagement. Sebastian Naas spielte mit sichtbarer Freude und Tiefe seine Bassgitarre; Sebastian Netz, teilweise in die Klänge seiner Gitarre versunken, Thomas Heinen selbst und Teneja Skrget griffen kraftvoll, melodisch und gefühlvoll in ihre Saiten; Torsten Bugiel an den Drums schlug mit seinen Sticks auf seinen großen und kleinen Trommeln sowie Becken den nötigen Grundrhythmus, der die Band trug und erzeugte gemeinsam mit den anderen Instrumenten den tragenden Groove.
Der Keyboarder Moritz "Schröder" Schuster, mehr im Hintergrund sitzend, schlug gefühlvoll oder kräftig seine Tasten an, meisterte meisterlich einige der Solopassagen in den Songs und trug mit seinem Spiel zum tollen Klang der interpretierten Songs bei. Sehr engagiert spielte der Saxophonist George Tjong-Ayong auf, seine Solos gingen in Herz und Blut, er erntete mehrfach Szenenapplaus aus dem Publikum.
Als Thomas Heinen den letzten Song der Zugaben ankündigte- „ALL THE WAY HOME“- verwies er darauf, dass dieses Lied von Southside Johnny noch besser gesungen wurde. Ich finde beide Versionen Klasse, habe beide bereits von Springsteen und SJ live erlebt. Thomas Heinen sang dieses Abschiedslied in seiner ihm eigenen intensiven Interpretation einfach super.
Insgesamt war der Abend viel zu schnell vorbei, er war kurzweilig und Kraft raubend, da das Mitsingen, Mittanzen, Mitspringen ein MUSS war. Man spürte den Spaß, den alle sieben Musiker an den Springsteen Songs haben, ihr Zusammenspiel, ihr Lachen, ihr Engagement und ihre Liebe zur Musik entzündeten ein Feuerwerk toller Rockmusik, die Funken sprangen ins Publikum über und allen war die Freude anzusehen. Selbst denen, die vorher keine oder nur wenige Songs von Bruce Springsteen kannten, aus anderen Motiven zum Konzert gekommen waren, war die Begeisterung ins Gesicht geschrieben. Die Jungs dort oben auf dieser kleinen, sehr sparsam beleuchteten Bühne machen ehrliche, echte Musik und Lust auf mehr.Die Band hat weitere Termine in ihrem Kalender stehen:Am 31.10.2008 in Köln im Hardrockcafè zur Halloween PartyAm 15.11.2008 in der Stadthalle Frechen zur RocknachtAm 17.01.2008 im „Eulenspiegel“ in SiegenAm 24.01.2008 im Phonoforum in Menden
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