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Portrait von Genesis

Ausverkaufte Stadien bei Live-Auftritten, an die 100 Millionen verkaufte Platten, seit mehr als 30 Jahren ständige Chart-Präsenz bei neu herausgebrachten Platten. Die im Jahr 1967 gegründete, britische Rockband Genesis gehört zu den erfolgreichsten Musikgruppen dieser Zeit, ohne Frage. Und in einem Atemzug mit dem Namen Genesis wird auch der von Phil Collins genannt. Doch ausgerechnet dieser trumpfte erst viel später auf und prägte weitgehend den Stil der Briten.

Die Anfänge von Genesis waren alles andere als erfolgreich. Noch zu Schulzeiten gründeten der legendäre Sänger Peter Gabriel, der Keyboarder Tony Banks, der Gitarrist Anthony Phillips, der Bassgitarrist Mike Rutherford und der Drummer Chris Stewart in London die Gruppe „The Garden Wall“, die kurzerhand in Genesis umbenannt wurde. Die jungen, durchaus erfolgsversprechenden Musiker widmeten sich dem Progressive Rock, allerdings ohne wirklich eine große Hörerschaft von ihrem Können überzeugen zu können. Die Verkaufszahlen ihrer herausgebrachten Platten waren anfänglich unterirdisch und für einige Bandmitglieder mehr als demotivierend.

So verwundert es kaum, dass die Personalfluktuation recht ausgeprägt war. Eine Tatsache, die sich mit dem Wechsel des Drummers im Jahr 1970 sicherlich im weiteren Karriereverlauf der Band nicht nachteilig bemerkbar machte. Kein geringerer als der Drummer und Jung-Schauspieler Phil Collins schwang von nun an die Drumsticks.

Und tatsächlich, es ging aufwärts, wenn auch erst zwei Jahre später. Mit dem Album „Foxtrott“ landete Genesis den ersten Charterfolg. Vor allem der auf diesem Album enthaltene Song „Supper’s Ready“ avancierte zum Ohrwurm und bescherte Genesis eine stetig steigende Fangemeinde. Insbesondere der charismatische, vielleicht zu dieser Zeit auch etwas überdreht wirkende Leadsänger Peter Gabriel begeisterte während der Live-Auftritte das Publikum zunehmend.

Umso mehr waren Fans und Bandmitglieder gleichermaßen am Boden zerstört, als ausgerechnet Gabriel 1975 eine Solo-Karriere anstrebte und der Band den Rücken kehrte. Ausgerechnet in einer Phase, als Genesis mit dem Album „The Lamb Lies Down On Broadway“ auch die US-Amerikanischen Charts erstürmten.

Nun war aber die Zeit eines Phil Collins gekommen, der das Zepter in die Hand nahm und die Nachfolge Gabriels antrat. Lediglich für die Studioaufnahmen der Alben bearbeitete Collins noch die Drums, ansonsten sang er vor einem Millionenpublikum, zog diese während der Konzerte mit seinem Hang zum Entertainment und der kräftigen Stimme gekonnt in seinen Bann. Ein Hit folgte auf den anderen, zumeist die Handschrift von Phil Collins tragend und immer poplastiger werdend. Keyboard, das dominierende Schlagzeug und das famose Gitarrenspiel von Rutherford perfekt miteinander harmonierend, aber immer bestimmt von der fast pathetisch wirkenden Stimme Collins.

Umso erleichterter waren alle Genesis-Fans, als der „Meister“ nach einer fast zehnjährigen Auszeit von 1996-2006 wieder zur Band zurückkehrte, die kurze Zwischenphase mit seinem erfolglosen Ersatz Ray Wilson somit schnell vergessen und das Flair vergangener Tage auf Konzerten zurückkehren ließ, nach dem Motto „Turn It On Again“. Genesis - eine Gruppe, die jeder Musikfan unbedingt mal live miterlebt haben muss.