Portrait von Blur
Damals in den 90ern musste man sich als Musikfan in England plötzlich wieder entscheiden: Gehörte man zu Blur oder Oasis? Es war nicht ganz so schlimm, wie zu den Zeiten der Beatles und der Rolling Stones, aber die Medien gaben sich redlich Mühe. Die 1989 gegründete Band Blur stand hierbei für die brave Seite des Britpop. Allerdings gehörten sie zu diesem musikalisch nur drei Alben lang und experimentierten auf den folgenden Alben in den Indierock bis zur Mischung aus elektronischer und klassischer Rock-Musik.
Ursprünglich hieß die Studentenband 'Seymour'. Auf Wunsch ihres Labels Food Records änderten die Musiker ihren Namen 1990. Von den vier Gründungsmitgliedern der Band verließ der Gitarrist Graham Coxon die Band 2002 nach künstlerischen Differenzen. Der Sänger und Gitarrist Damon Albarn, Schlagzeuger Dave Rowntree und der Bassist Alex James nehmen so seit 2003 auf Tour immer den Gitarristen Simon Tong mit. Nach Gerüchten aus dem Jahr 2007 wird allerdings eine Reunion der Band wahrscheinlicher.
Einer der Gründe für ihren Anfangserfolg in Großbritannien war ihr Wiederaufleben-lassen musikalischer Traditionen aus England. Gerade in den 90ern war dieses ungewöhnlich, da zu dieser Zeit überall der amerikanische Grunge die musikalische Vorherrschaft hatte. Die ersten Alben sind textlich von intellektuellen Ironie geprägt und musikalisch klar dem Pop zuzuordnen. Auf den folgenden Alben wurden die Musiker ernster und sie ließen ihre ironisch-intellektuelle Schutzmaske sinken. Mit einem Produzentenwechsel von Stephen Street hin zu William Orbit ging die musikalische Entwicklung weiter in einen Mischbereich aus elektronischer Musik und den früheren Wurzeln. Allerdings ist eines der Hauptkennzeichen der Band, dass sie sich immer wieder auch von den eigenen Pfaden lösen und ihre Fans mit jedem Album überraschen.
